Zwei in einem

Nun schon einige Wochen im Kino wurde der dunkle Ritter mittlerweile ausreichend über den grünen Klee gelobt. Ja, der Film ist toll und der Joker in der Tat beeindruckend. Vielleicht sogar der ultimative Schurke, gegen den sich sämtliche James Bond-Gegenspieler wie Omas liebster Schwiegersohn Pilawa ausnehmen. Interessant werden die Versuche sein, das noch zu toppen.

Trotzdem bin ich mit dem zweiten „neuen“ Batman-Film nicht so uneingeschränkt glücklich geworden wie mit Batman Begins, in dem, wie der Name schon vermuten lässt, die Batmanwerdung Bruce Waynes den Großteil der Zeit einnimmt.

Dies liegt nur zum Teil darin begründet, dass mich der Einführungsteil an einer (Film-)Geschichte generell und tendentiell am meisten interessiert. Die Vorstellung der Charaktere und des Umfelds bieten nunmal das größte Potential für neues, während Actionszenen leider zu oft aus bekannten Zutaten bestehen.

The Dark Knight hat aber ein anderes Problem. Ab einem gewissen Zeitpunkt lässt er dem Zuschauer keine Zeit mehr zum Verschnaufen. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, wirkt aber hier so, als ob man einfach zu viel gewollt hätte. So war ich mir während des Zuschauens mehrfach sicher, gerade die letzte Szene zu sehen. Aber nein, eine weitere Bedrohung, ein weiteres moralisches Dilemma. Dann wird zum Beispiel irgendwann im Film eine neuen Figur eingeführt und man meint „Aha, der Bösewicht für den dritten Teil!“. Stattdessen mischt der dann sofort mit. Unnötig.

Aus diesem Werk hätte man locker zwei vollwertige Filme machen können, in denen dann auch noch Zeit für detailierter ausgearbeitete „Stillszenen“ gewesen wäre.

Eine tiefergehende Analyse Wert wären auch die kurzen moralischen Aussagen der Hauptakteure. Teils schwingt da schon eine sehr fragwürdige Einstellung zum Thema „Was darf der Gute um dem Bösen Einhalt zu gebieten“ (Stichworte Überwachung und Folter). Allerdings sollte man dazu den Film wohl zweimal anschauen – was spätestens mit der DVD geschehen dürfte.

Empfehlenswert.

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4 Antworten auf Zwei in einem

  1. Mehlstaub sagt:

    Mal abgesehen von “Twoface” fand ich den Film eigentlich richtig gut.

  2. Sam sagt:

    Jup, ich glaub mit dieser Filmkritik trifft su den Nagel auf den Kopf. Ich habe mich auch nach dem Ende gesehnt, aber nicht weil der Film zu uninteressant war, sondern eher weil er einfach viel zu lang war.

  3. onkelerika sagt:

    @Mehlstaub: Jetzt hast du ja das große Geheimnis verraten 😛

    @Sam: Und das, obwohl ich mit langen Filmen eigentlich keine Probleme habe. Man hätte halt noch ein paar Ruhephasen einlegen müssen.

    Aber sonst: Topfilm.

    Wer den Vorgänger noch nicht kennt, sollte den auch unbedingt anschauen.

  4. Siao-Jyuan sagt:

    Den Film fand ich auch toll. Auf jeden Fall sollte man ihn ansehen.

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