Wie man sich mit Kerkern und Drachen ein schwarzes Auge holen kann

We’re in the Dungeons and Dragons universe. He can do whatever he wants.

Zunächst soll es aber nicht um Dungeons and Dragons gehen, sondern um Das Schwarze Auge. Was die gemeinsam haben? Beides sind Pen&Paper-Rollenspiele. Auch wurden beide für den PC umgesetzt, wobei D&D hier viel öfter zum Zuge kam – unter anderem mit dem Vater des Rollenspiel-Revivals, Baldur’s Gate. Um das Schwarze Auge hingegen war es lange Zeit ruhig. Bis zum letzten Jahr.

Da veröffentliche der deutsche Entwickler Radon Labs das Rollenspiel Drakensang. Durch die durchweg guten bis sehr guten Wertungen fühlte ich mich gemüßigt, das Spiel denn auch gleich zu kaufen. Was sich gelohnt hat. Zwar störten einige Designfehler, wie extrem lange Laufwege – Kurzer Einschub: Schuld an den langen Laufwegen war ein Cheat, der den Entwicklern erlaubte, sich auf den Karten hin und her zu teleportieren, um neu implementierte Aufgabe und Funktionen testen zu können. Als man dann gegen Ende des Entwicklungsprozesses auch mal ohne diese Hilfe spielte, stieß man auch auf das Problem der langen Wege. Für Änderungen daran war es aber zu spät – die starke Linearität oder die recht blassen Charaktere.

Das wurde aber mehr als aufgewogen durch die hervorragende Atmosphäre, die das Spiel erzeugte. Anders als die meisten modernen Action-Rollenspiele, ließ sich Drakensang außerordentlich ruhig an, ohne deshalb langweilig zu sein. Gerade die Kämpfe machten das Spiel spannend und erinnerten an das oben genannte Baldur’s Gate, wenn sie auch nicht so taktisch sind und auch hier einige Fehler begangen wurden (Gegner schubsten Nahkämpfer einfach zur Seite, zerstörten so die Formation und machten diesbezüglich Taktik ziemlich unmöglich). Dafür durfte man Erfahrungspunkte sofort verteilen, statt bis zum nächsten Stufenaufstieg warten zu müssen.

In den wunderschönen Landschaften machte selbst das Blumenpflücken Spaß. Was gar nicht so einfach war. Entsprechend den DSA-Regeln muss nämlich erst einmal gewürfelt werden, ob man die Blume überhaupt pflücken kann. Ohne bonusspendende Talente wird das nix. Selbst wenn man die Pflanze pflücken darf, muss noch gewürfelt werden, wie viel dabei rausspringt. Das mag sich ziemlich nervig anhören, spielte sich aber sehr interessant.

Gerade wegen solcher Details war ich als DSA-Nichtkenner der Meinung, das Regelwerk sei ziemlich genau umgesetzt worden. Aber, wie das so ist, haben die guten Fundamentalisten das natürlich ganz anders gesehen. Genau jene melden sich jetzt auch schon wieder zu Wort, denn: Die Entwickler haben bereit den Nachfolger Drakensang. Am Fluss der Zeit angekündigt. Einer der Extremisten schrieb einen Leserbrief an die Gamestar, der von Bernd Beyreuther, Projektleiter von Drakensang, auch beantwortet wurde.

Am Ende der ausführlichen Antwort verweist er auf eine sehr amüsante Auseinandersetzung mit der Regeldiskussion in Videoform: Tom et ses chums! Farador D&D (französisch mit englischen Untertiteln). Dort geht es um eine Gruppe von Pen&Paper-Rollenspielern, die … ach, ich will nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall sehr lustig. Auf keinen Fall den zweiten Teil verpassen!

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