Über Wasser

Ein Film von Udo Maurer, einem Regisseur den nicht einmal Wikipedia kennt. Das ist nichts schlimmes, wenn der Film trotzdem hält was er verspricht. Was dann folgendes wäre: Quote:

Auf den Reisen hast du ja oft eine Menge Zeit nachzudenken, und dabei – auf einem Schiff – kam
mir die Idee, etwas Substantielles über Wasser zu machen. (Udo Maurer)

Das ist ihm leider nicht gelungen.

In drei Episoden erzählt der Film vom Leben mit dem Wasser. In Bangladesch befinden sich die Menschen in einem Prozess des ständigen Zurückweichens vor dem Wasser – während sie gleichzeitig von ihm Leben. Die zweite Episode hingegen handelt vom verschwunden Wasser des Aralsee in Kasachstan, die dritte Episode schließlich vom Wasserhandel in Kiberia, dem größten Slum Kenias.

Durchgehend werden eher die Menschen und ihre Lebensumstände in der so genannten dritten Welt behandelt, das Wasser dient eher als Rahmenhandlung. Das ist nicht langweilig, sondern sogar recht interessant: Wie die Hüttenbewohner in Bangladesch ihre Hütte auseinander bauen und ein paar Meter höher tragen, wie eine Frau versucht im Zug illegal Fisch zu verkaufen oder wie man in Kenia mit Dieben umgeht schaut sich sehr kurzweilig an. So kommt das Ende nach nur 83 Minuten doch recht überraschend.

Trotzdem bin ich vom Film recht enttäuscht. Der Titel versprach eben anderes, nämlich einen Film über das Wasser selbst – ein Thema, dass mich wirklich interessiert. Die Vermarktung und Bereitstellung von Wasser durch große Konzerne zum Beispiel blieb komplett außen vor, der Umgang mit Wasser in Europa oder einige harte Fakten zum nassen Element fehlten ebenso.

Wer sich ebenfalls für das Thema interessiert, dem kann ich das Wasserheft der fluter-Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung empfehlen – wie eigentlich generell ein (kostenloses) Abonnement des fluters. Wer gern am Bildschirm liest, kann die verschiedenen Ausgaben auch als PDF herunterladen.

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