Sunshine (SciFi-Thriller)

Ohne die gute Sonne und ihren Schein sind viele Dinge entweder nicht mehr möglich oder aber einfach unnütz, zum Beispiel Sonnenbad, Sonnenbrille, Sonnenschirm, Sonnenbrand und Leben.

Im britischen Film Sunshine will die Sonne allerdings nicht mehr scheinen, was einem Großteil der Menschheit nicht so recht passen will. Das Ding muss brennen! Der Plan: Der Stern soll mit einer Bombe unvorstellbaren Ausmaßes am Leben gehalten werden.

Warum die Sonne schon in 50 Jahren am Verlöschen ist, erfährt man ebenso wenig, wie die Megabombe eben dies verhindern soll. Schließlich hört so ein Stern nicht aus Jux auf zu strahlen, sondern eher aus Mangel an Brennstoff.

Doch mit physikalischen oder technischen Erklärungen hält sich der Film nicht auf. Vielleicht ist das auch besser so, allerdings fragt man sich während des Films schon mehrfach, was man da für einen Bären aufgebunden bekommt.

Da sich die Icarus II mit ihrer achtköpfigen Mannschaft zu Beginn bereits fast an ihrem Ziel befindet, gibt keine langwierigen Charaktereinführungen. Die Crew ist nationalitätenspezifisch gut gemischt und erfreulich frei von hollywoodtypischen Supermenschen. Auch sonst verzichtet Sunshine glücklicher Weise auf einige amerikanische Standardzutaten wie kitschige Liebesgeschichten und triefenden Patriotismus. Stattdessen wird der in 50 Jahren wahrscheinlich ziemlich gestiegenen Wichtigkeit fernöstlicher Staaten Rechnung getragen.

Gute Ausgangsbedingungen also, die der Film auch etwa zwei Drittel seiner Länge zu nutzen weiß. In einer an den Klassiker Alien erinnernden, fesselnden Atmosphäre spielt der Film nicht nur mit wirklich schönen, beeindruckenden Weltraumbildern, sondern stellt auch ein paar fast schon philosophische Fragen. Allerdings ist Sunshine halt doch ein Thriller und kein utopisches Werk, so dass die große Katastrophe (neben einigen auch nicht ganz kleinen) natürlich kommen muss.

Denn vor der Icarus II gab es natürlich noch die Icarus I, welche an der gleichen Mission scheiterte. Und von eben diesem Raumschiff empfängt man nun Notsignale und entschließt sich, den Kollegen einen Besuch abzustatten. Der Anfang vom Ende des bislang guten Films, denn jetzt wird verdammt nahe ans Horrorgenre geschwenkt. Nun habe ich nichts gegen guten (also hauptsächlich grusligen) Horror. Doch hat der Film mehr versprochen als das folgende „Wer bleibt wohl noch übrig“-Schauspiel, dem jeder Rest von Intelligenz fehlt. Konnte Sunshine vorher fesseln, flacht es nun so stark ab, dass, wer keine horrorfilmgenrenahen Filme mag, hier nur noch genervt sein wird.

So verglich ein Mitkinogänger Sunshine gar mit dem unsäglichen Doom. Das ist natürlich Unsinn und der Kritiker meinte auch, diese Einschätzung läge wohl an seinem logarithmischen Wertungssystem. Naja, wohl eher an einer starken Ablehnung von Filmen dieser Machart mit folgender Unerfahrenheit diesbezüglich.

Allerdings schafft es der Film tatsächlich nicht mehr zurück auf das Niveau der ersten Hälfte, das Ende ist einfach nur enttäuschend.

Hätte der Drehbuchautor sich entschieden, welche Art von Film er nun drehen möchte, dann wäre Sunshine vielleicht der erhoffte Wiederaufschwung des Genres geworden. Für Freunde des Science Fiction-Kinos ohne Abneigung gegen Horrorelemente ist der Film ohne weiteres zu empfehlen, allen anderen nur eingeschränkt, denn Sunshine ist zwar ein guter Film, aber alles andere als ein Meisterwerk.

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