Spaß mit Überwachung?

Auf annalist waren neulich zwei mp3-Aufzeichnungen zu einem Vortrag von Andrej Holm und Anna Roth über das §129(a)-Verfahren gegen Andrej und seine Folgen verlinkt. Anhörung empfohlen. Insbesondere jenen Leuten, die die Überwachungsmaßnahmen immer ganz gelassen hinnehmen, da sie ja „unschuldig“ sind. Denen sei gesagt: „Die Unschuldsvermutung scheint ein Relikt der Vergangenheit und wer nichts zu verbergen hat, dem ist wohl ohnehin nicht mehr zu helfen.“

Auf jeden Fall musste ich beim Anhören auf offener Straße ziemlich laut loslachen, als mir Ideen durch den Kopf schossen, was für einen Spaß man mit den Überwachungsmaßnahmen haben kann. Kameras an der Haustür, um zu sehen, wer das Haus betritt und verlässt? Da könnte man sich doch mal ein paar Leute in Affenkostümen einladen. Oder das Haus in einem großen Pappkarton verlassen.

Das halbstündig geortete Handy einfach mal quer durch die Republik schicken.

Den Ermittlern Kopfschmerzen bereiten, in dem man in SMS und Mails die sinnlosesten Neologismen verwendet.

Allerdings könnte man sich und andere dadurch vielleicht noch tiefer reinreiten. Wobei die Analysen der aufgezeichneten Gespräche vermuten lassen, dass man hier ohnehin sagen kann was man will, weil nirgends ausgeschlossen wird, dass hier nicht eine verklausulierte Anspielung auf einen Anschlag vorliegt.

Ich möchte schließen mit den Worten Gentrification, Prekarisierung und Marxismus-Leninismus.

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3 Antworten auf Spaß mit Überwachung?

  1. Koloradokäfer sagt:

    Na wenn selbst du es schon empfielst, dann werde ich es mir wohl mal anhören.

  2. Matze sagt:

    Immer diese Rechenaufgaben – vielleicht steckt selbst dahinter eine tiefere dunkle Absicht?!
    Überwachungsmaßnahmen sind differenziert zu betrachten – vielleicht ist es ja tatsächlich möglich, vor Übergriffen zu schützen… Aber wie sollte man denn die Wust an Daten auswerten und dabei die Übersicht behalten? Hier kann u. U. nur reagiert werden und evtl. können Terroristen gefasst werden – dann ist das Unheil jedoch schon geschehen.

    Gegen Kleinkriminelle hülfe ja auch bereits Zivilcourage, was aber heutzutage nicht mehr sehr stark verbreitet ist. Also wie mit Überwachung umgehen? Wie kann man sich dagegen wehren? Ich habe derzeit keine Idee – wobei ich es persönlich noch nicht als schlimm empfinde; trotzdem begrüße ich es, dass z. B. das “BKA-Gesetz” gescheitert ist.

    Die weitere Entwicklung darf gespannt erwartet werden!
    Vencerémos!

  3. onkelerika sagt:

    Ich zweifle sehr stark an, dass Überwachungsmaßnahmen eine so viel höhere Erfolgsquote bei der Prävention ermöglichen. Siehe zum Beispiel 11. September, die Amerikanischen Geheimdienste und das FBI können quasi uneingeschränkt arbeiten, verhindert wurden die Anschläge trotzdem nicht.

    Außerdem werden Terroristen wohl kaum ihre Anschlagspläne als Worddatei auf dem Desktop speichern oder eine Bombe in eine Kamera halten.

    Die Auswertung der Daten stellt wohl eher ein kleines Problem dar, da ist heute vollautomatisch schon viel möglich. Im Endeffekt wird aber ohnehin alles so interpretiert, wie es gebraucht wird – siehe die Ermittlungen gegen die militante gruppe.

    Wie man sich persönlich gegen Überwachung wehrt, ist ja hier im Blog schon diskutiert worden. Mails Verschlüsseln, Handy zuhause lassen, Entgooglen …

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