Prince of Persia: Der Sand der Zeit

Filme zu Spielen sind eine ähnlich heikle Sache wie Spiele zu Filmen. Besonders in der Vergangenheit hat man sich hier nur selten mit Ruhm bekleckert, Ausnahmen wie Resident Evil oder Tomb Raider bestätigten natürlich die Regel. Mit der Zeit funktionierten die Verfilmungen dann aber besser, die Filme erreichten einen gewissen Standard.

Was genau macht ein Spiel verfilmenswert? Natürlich die Marke an sich. Eine Lara Croft hat einfach mal einen Bekanntheitsgrad, der volle Kassen auch im Kino garantiert. Auch die Story kann sich für eine Verfilmung eignen – hier wird es aber schwierig. Computerspiele bestehen zumeist aus zwei Elementen: Der Geschichte und der Spielmechanik. Letztere fällt im Film natürlich komplett weg und muss adäquat ersetzt werden.

Im Spiel Prince of Persia: The Sands of Time steuert man einen namenlosen Prinzen, der, durch einen bösen Kerl in die Irre geleitet, den Sand der Zeit freisetzt und so das gesamte Königreich zerstört. Das gilt es natürlich rückgängig zu machen. Dabei schaut der Spieler dem Prinzen über die Schulter, muss Rätsel lösen, Fallen, Lauf- und Sprungpassagen überwinden, sich mit Schwert und Dolch die von der Zeit vermonsterten ehemaligen Landesbewohner vom Leib halten und natürlich die schöne Prinzessin retten.

Prince of Persia: Der Sand der Zeit basiert lose auf diesem Spiel. Der Prinz bekommt einen Namen (Dastan), eine Vorgeschichte und zwei Brüder. Auch sonst weicht der Film in der Geschichte teils deutlich vom Spiel ab, was durchaus auch Sinn macht, würde die pure Erzählung des Spiels doch kaum über zwei Stunden tragen. Was der Film hingegen nicht verändert, ist die „Mechanik“. Auch auf der Leinwand wird fleißig gesprungen, geschwungen, geklettert, gehüpft und gekämpft. Und trotz fehlender Interaktivität funktioniert es, macht auch das einfache Zuschauen Spaß. Wer die Prince of Persia-Spiele kennt wird nicht umhin kommen sich in einigen Szenen wie vor dem heimischen PC zu fühlen.

Der Plot ist nicht gerade ein Ausbund an Kreativität, tut seiner Funktion als Rahmenhandlung für viel Action aber mehr als genüge. Außerdem stimmt das Zusammenspiel zwischen Prinz und Prinzessin, die sich gegenseitig immer wieder herrlich provozieren. Auch sehr amüsant: Der steuerflüchtende Scheich Amar, dem die Gesundheit seines Straußenteams deutlich mehr am Herzen liegt als das Ende der Welt.

Im Endeffekt fügt der Film den sehr spielenswerten Spielen zwar nicht viel neues hinzu und ist kein Meisterwerk, weiß aber doch sehr kurzweilig zu unterhalten. Für die sicherlich kommende Fortsetzung wünsche ich mir schon mal den Dahaka.

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