Mittwochsmusik XLIX: Phildel

Heute gibt es so viel zu sehen und zu hören, da mag ich gar nicht viel sagen:

 
Phildel ist neu. Disappearance of the Girl ist ihr Debutalbum. Und das ist großartig. Dabei kann ich die Musik gar nicht richtig einordnen. Oberflächlichg klingt manches nach „Radio“, doch die ausgefeilten Melodien und die verspielte Instrumentierung, die vielen Details heben Phildel aus der Masse überdeutlich heraus.

 
Beim Hören von Disappearance of the Girl schwirren mir immer mal andere Namen durch den Kopf, etwa Poe oder Dillon, aber auch Enya und Dido. Dabei sind das aber nur leichte Anflüge, die Musik behält ihren eigenen Stil.

 
Das Album scheint in Deutschland noch gar nicht veröffentlicht worden zu sein, über den Amazon Marketplace etwa gibt es die CD aber für einen vernünftigen Preis aus England zugeschickt. Eine Downloadversion gibt es natürlich auch. Abgesehen davon kann man sich fast das komplette Album auch auf der Homepage und Phildels Youtube-Kanal anschauen und -hören. Super vorbildlich!

 
Im Guardian gibt es einen lesenswerten Interviewartikel mit Phildel, die unter anderem als Kind keine Musik hören durfte.

She was born in Kensington, west London, in 1983 and grew up with her Chinese father and Irish mother, until her mum’s relationship with an Islamic Egyptian colleague at the grocery store where she worked broke the family apart. With her new stepfather, she moved to Whetstone in north-west London; the name change, the headscarves, the mosque and the three hours of domestic chores every evening after school were „just part of me being prepared for womanhood, as far as Islam was concerned,“ she says. „The kind of thing that is going on for girls in this country every day – you know, getting ready to take up your ‚rightful role‘.“ Music was banned from the house in accordance, mother and daughter were led to believe, with the religion – her stepfather disposed of her toy piano and the family record collection. [Guardian: Phildel: ‚I learned to visualise the sounds I could hear‘]

 

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Freundlichkeit im Amt

Um das noch zuende zu bringen: Die Aufenthaltserlaubnis ist da. Und der Amtsbesuch war noch erfreulicher als letztes mal. Bestellt für 14:30 Uhr, aber wir waren schon kurz nach Viertel da. Wir wollten noch nicht klopfen und haben uns erstmal ins Wartezimmer gesetzt. Kurz darauf kommt eine Sachbearbeiterin aus der anderen Richtung, läuft an uns vorbei, kommt zurück und mein „Ach, Sie sind ja schon da Frau Lustig, dann kommen sie doch gleich mit.“ Etwa acht Unterschriften und ein freundliches Gespräch später waren wir schon fertig. 14:26 Uhr. So kanns auch gehen!

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Out of Sight – Mehr Kurzfilm aus Taiwan

Weil wir uns neulich so über einen taiwanischen Kurzfilm gefreut haben gibt’s hier und jetzt Nachschub:

 
Auf der Webseite zum Film gibts auch ein Making-Off, leider aber nur auf Chinesisch.

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Mittwochsmusik XLVIII: No Doubt – Just A Girl

Anstatt gleich den nächsten Knaller zu verbraten, heute erstmal eine kurze Erinnerung:

Ja, No Doubt haben mal richtig gute Musik gemacht…

Hört euch unbedingt mal das Album Tragic Kingdom an, ein feines Album. Schon mit dem Nachfolgealbum Return of Saturn ging es dann aber leider in andere musikalische Richtungen.

 

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Der 1999-Modus (jetzt mit kurzem Update!)

Das Computerspiel Bioshock Infinite hatte ihn als erstes, den 1999-Modus. Damit spielt sich das Spiel in etwa so, als wäre es 1999 veröffentlicht worden statt 2013. Da kann die Telekom natürlich nicht zurückstecken und plant ihren eigenen 1999-Modus. In nicht so ferner Zukunft werden sich DSL-Anschlüsse wieder so anfühlen, als wären sie gerade erst erfunden. Und noch nicht eingeführt. Denn die ersten DSL Anschlüsse, die im Juli 1999 von der Telekom ins Netz gelassen wurden, konnten immerhin schon 768Kbit/s übertragen. Gedrosselte DSL-Anschlüsse der Telekom werden hingegen nur noch auf die Hälfte dieser Geschwindigkeit kommen. In drei Jahren ist es wohl soweit. Dann ist der Geschwindigkeitsunterschied auch noch besser spürbar.

Die Höhe des verfügbaren ungedrosselten Volumes hängt von der gebuchten DSL-Geschwindigkeit ab, 75GB ist das niedrigste. Für Leute die Youtube nicht kennen ist das vermutlich sogar ausreichend, damit kommt man schon ein gutes Stück weit. Aber Musikdienste wie Spotify und immer mehr Video-on-Demand (ja, sogar in Deutschland!) werden garantiert zu erheblichen Trafficsteigerungen führen. Laut der Tabelle der Telekom wäre das Limit für meinen Anschluss bei 200 GB. Letzten Monat habe ich etwa 160 GB an Daten hoch- und runtergeladen, in diesem Monat sind es bislang 70 GB. Die entstehen hauptsächlich durch Youtube-Videos und Video-on-Demand, da ist kein Filesharing dabei – ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Bislang nutze ich mangels passendem Fernseher keine HD-Auflösungen für Video-on-Demand, sollte sich das aber mal ändern, würde der Traffic nochmal ein ganzes Stück in die Höhe schnellen.

Klar, auch ein einzelnes übertragenes Bit kostet vermutlich etwas, und dass Wenignutzer für Vielnutzer mitbezahlen klingt erstmal unfair. Das ist in vielen anderen Bereichen aber auch so (Straßen, Opernhäuser, ÖR-Fernsehen,…). Und im Gegensatz zu etwa Wasser und Strom geht es hier um Informationen, die übertragen werden. Das der (dringend nötige) Netzausbau bezahlt werden muss, ich auch klar. Aber das ist der schlechtest mögliche Weg.

Update: Falls das nicht richtig rüberkam, klar ist es argumentierbar, dass Vielverbraucher mehr zahlen als die anderen. Fände ich zwar nicht gut, wäre aber „ok“. Das Internet aber auf Steinzeitgeschwindigkeit zu drosseln ist nicht ok. Früher haben die Leute zwar auch mal mit Modems gesurft, da waren die Webseiten aber auch drauf angepasst. Heute ist das alles so komplex, da will man nicht mit 384Kbit/s surfen. Und Multimedia (das klingt so 90er!) ist ganz raus. Was aber noch viel schlimmer ist: Die Telekom will eigene Dienste aus der Limitierung rausnehmen. Das wäre dann das Ende der Netzneutralität.

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