Opera vs. Firefox

Lange Zeit zog ich für Opera in den Kampf, habe in den berüchtigten Flamewars mit dem langen Käsemesser gekämpft und Firefox-Nutzer an den Ohren durch die dünnsten Lankabel gezogen.

Doch nun ist es geschehen – ich bin zum Konvertiten … ähm … konvertiert. Warum nun dies?

Opera ist ohne Frage ein toller Browser. Der erste, der sich wirklich an die Standards des W3C hielt. Trotz ungeheurer Funktionsvielfalt ist der Installer ziemlich klein.
Ein paar der Features:

  • Tabbed Browsing – Mittlerweile zwar Standard, Opera hat das ganze aber eingeführt und beherrscht es meiner Meinung nach auch heute noch am Besten

  • Mausgesten – Gleiches gilt für die Mausgesten, die man nach kurzer Eingewähnungszeit nicht mehr missen möchte
  • E-Mail-, News- und RSS-Reader-Programme bereits inklusive – Alles mit vielen nützlichen Funktionen und sehr übersichtlich
  • Bittorent- und IRC-Clienten bereits integriert.
  • Widgets – Kleine Programme, die man auf dem Desktop platzieren kann und die auch angezeigt werden, wenn der Browser minimiert ist. Habe ich nicht wirklich intensiv genutzt, nur das Wetter.com-Widget war sehr nützlich und immer an. Ist aber eine Frage des Geschmacks.

Die Funktionen, die Opera schon integriert hat, muss man im Firefox zum größten Teil erst nachrüsten – und meistens funktionieren sie im Opera trotzdem besser. Das betrifft zum Beispiel das Speed Dial, Tab-Preview, die Mausgesten und die Zoomfunktion (die im Opera wirklich unübertroffen ist).

Warum nun also doch wechseln?

Dass man im Firefox alles nachinstallieren muss, ist nicht unbedingt ein Nachteil, im Gegenteil. Viele Sachen lassen sich so besser den eigenen Vorstellungen anpassen als im Opera, den man im Großen und Ganzen nehmen muss wie er kommt – wie oben schon erwähnt kommt er aber eben ziemlich exzellent daher.

Ein paar Dinge stören aber doch. Das Mailsystem von Opera habe ich dann nicht mehr genutzt, als ich begann meine elektronische Post zu verschlüsseln. Das geht mit Thunderbird und Enigmail einfach viel besser von der Hand. Dann hat Opera teilweise ein wenig mit Flash-Inhalten zu kämpfen, so dass man doch ab und zu mal einen anderen Browser nutzen muss.

Wirklich ausschlaggebend waren aber zwei andere Dinge: Unter Opera funktionieren einige Dinge leider gar nicht – zum Beispiel eben Flash. Zum anderen ist die Cookie-Verwaltung im Opera sehr unkomfortabel. Aus Gründen, die ich irgendwann an anderer Stelle erläutern werde ist es sinnvoll, Cookies standardmäßig abzulehnen. Man kann (und will) aber nicht alle Cookies ablehnen. Stellt man nun ein, das Opera bei neuen Cookies nachfragen soll, dann tut Opera dies – und zwar sehr penetrant. Im Endeffekt lässt man dann doch alle Cookies zu.

Da ich deswegen zu Firefox gewechselt bin, muss es ja auch besser gehen. Wie man Firefox funktionsmäßig an Opera heranbringt und teilweise überflügelt möchte ich hier mit der Vorstellung einiger unsinniger, unnützer und unhöflicher Plugins zeigen.

  • Tab Mix Plus – Erst mit diesem Plugin lassen sich die vielen Möglichkeiten von Tabs richtig nutzen.

  • Mouse Gestures – Erweitert Firefox um Mausgesten. So ziemlich allen Funktionen lassen sich alle möglichen Mausgestenverkettungen zuordnen, allerdings ist die Erkennung schlechter als im Opera. Es gibt noch andere entsprechende Plugins, die ich aber nicht getestet habe.
  • Brief – RSS-Reader, der beste den ich für diesen Browser kenne. Sehr übersichtlich und leicht zu handhaben. Steht dem Opera in fast nichts nach.
  • Image Zoom – Standardmäßig vergrößert der Firefox beim Zoomen nur den Text. Mit Hilfe dieses Plugins werden auch Bilder gezoomt, ganz nach Wunsch einstellbar.
  • SearchWords – Sehr empfehlenswert. Jeder Suchmaschine kann ein Buchstabe (oder eine Buchstabenkombination) zugeordnet werden, die man dann zusammen mit den Suchbegriffen in die Adressleiste schreibt und so einfach und schnell suchen kann (z.B. STRG+T, „g hydroxylionen“ – schneller geht’s nimmer).
  • Adblock Plus – Blockiert hässliche Werbebanner und ähnliches Auswüchse des modernen Internets. Basiert zunächst auf wählbaren Indexlisten, kann aber natürlich auch durch einfach Klicks erweitert werden.
  • Fast Dial – Entspricht dem Speed Dial von Opera. In einem neuen Tab wird statt einer leeren Seite eine Reihe von bebilderten Links angezeigt, die man natürlich selbst da rein setzt. Sieht schick aus und ist auch nicht unpraktisch, zumal die Links auch per Shortcut erreichbar sind. Die Bilder sind aber nicht so schön wie im Opera. Das Plugin Speed Dial kann ich übrigens nicht empfehlen. Es tut zwar prinzipiell dasselbe, braucht aber länger zum Laden und blockiert so die Adressleiste – das oben beschriebene schnelle Suchen wird damit ausgehebelt.
  • Extended Cookie Manager – Ein, wenn nicht der Grund für den Wechsel zu Firefox. Dieses Plugin setzt ein kleines Symbol in die Statusleiste, mit dem mit nur einem Klick Cookies abgelehnt oder akzeptiert werden können, ohne nervende Abfragen. Am besten Cookies standardmäßig verbieten und nur bei Bedarf aktivieren, Das Plugin speichert dann die Wahl für die einzelnen Seiten.
  • DownThemAll! – Ein Höhepunkt. Dieser Downloadmanager macht Downloads aller Art wirklich komfortabel. Wer zum Beispiel alle Bilder einer Seite herunterladen will, kann dies mit drei Klicks tun und die Dateien dabei auch noch automatisch umbenennen lassen. Beherrscht alle Funktionen die ein Downloadmanager beherrschen sollte.
  • Forecastfox – Zeigt, wie man vermuten wird, Wetterdaten zu frei einstellbaren Orten an. Ob man nur das Wetter für heute, oder auch für die nächsten Tage in der Statusbar angezeigt haben möchte kann man selbstverständlich selbst entscheiden.
  • Secure Login – Macht die Passwortverwaltung komfortabler. Hat man für eine Webseite Logindaten gespeichert, kann man sich einfach per Tastenkombination anmelden. Unbedingt ein Masterpasswort angeben!
  • DownloadHelper – Mit Hilfe dieses Plugins lassen sich sehr leicht Videos herunterladen, egal ob Youtube oder Ehrensenf.
  • All-in-One Sidebar – Nicht ganz so wichtig, fasst aber einige Funktionen und Übersichten deutlich aufgeräumter zusammen, als sie ohne das Plugin sind.
  • Web Developer – Werkzeugleiste für Webentwickler. Verschiedene Validatoren, Bilder ein- und ausblenden, Stylsheets wechseln und so weiter, alles auf einen Blick. Sehr hilfreich.
  • QuickJava – Ähnliche Funktion wie der Cookie-Manager. Per Klick in der Statusleiste Java und Javascript aktivieren und deaktivieren. Allerdings gelten diese Einstellung immer für alle Seiten, es werden keine seitenspezifischen Einstellungen gespeichert.
  • YesScript – Genau das kann man aber mit YesScript tun, wenn auch nur sehr rudimentär. Mehr als eine Blacklist gibt es da nicht.

Update:

  • Long Titles 1.3 – Dummerweise bricht der Firefox lange Tooltips mit „…“ ab, was sehr störend sein kann. Mit Hilfe dieses Tools wird dieser Bug behoben.

  • MediaPlayerConnectivity – Funktioniert ähnlich wie der DownloadHelper, bietet aber noch mehr Funktionen. (Dank an Mehlstaub)

Nette Gimmicks außerdem:

  • Locator – Einfach eine Adresse markieren und per Klick mit Google Maps danach suchen lassen.

  • CountdownClock – Beim vertieften surfen wieder vergessen, den Teebeutel aus der Tasse zu nehmen? Mit CountdownClock kann man sich erinnern lassen – per Ton, Popup oder SMS ;).

Jetzt habe ich bestimmt einiges vergessen, aber da hoffe ich einfach mal auf Mitarbeit durch meine zahlreichen Leser. Welche Plugins sind noch eine Installation wert? Gibt es vielleicht zu einigen der vorgestellten Plugins bessere Alternativen? Ich hoffe wie immer auf Rege Beteiligung!

PS: Mit dem Firefox ist es relativ schwierig, neue schöne Skins zu finden, da man sie erst herunterladen und danach Neustarten muss, um das Ergebnis zu sehen. Im Opera ist das einfacher.

Empfehlen kann ich aber das Theme Opaque + ClearTabs 1.5. Dieses Theme ändert keine Icons oder ähnliches, sondern macht nur die Tabs und Farben ein wenig klarer und ändert ein paar der Transparenzen. Und irgendwie sieht es wirklich besser aus.

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6 Antworten auf Opera vs. Firefox

  1. Mehlstaub sagt:

    Unter Linux habe ich manchmal Probleme mit eingebetteten Videos. Deshalb habe ich noch das Plugin MediaPlayerConnectivity installiert. Damit lassen sich die eingebetteten Videos gut runterladen und (auch im Plugin konfigurierbar) im Lieblingsplayer wiedergeben.

  2. Mehlstaub sagt:

    Für Kekse verwende ich jetzt CS Lite, das kann Cookies auch temporär für einzelne Seiten zulassen. https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/5207

    (Im übrigen funktionieren https-Webadressen in deinen Kommentaren immernoch nicht. Außerdem muss man bei der Fehleranzeige wieder sämtliche Daten neu eingeben. Der bb-Code für Links funktioniert auch nicht. Was funktioniert hier eigentlich? 😀 )

  3. onkelerika sagt:

    Wenn du Kekse benutzt, immer, für die Sitzung oder temporär, musst du die Daten nicht neu eingeben.

    Ja, dass bb-url-Code-Ding habe ich noch nicht rausbekommen, ebenso wie die https-Blockierung.

  4. Mehlstaub sagt:

    Immerhin wurde die Adresse automatisch in einen Hyperlink umgewandelt. Alle Achtung! 🙂

  5. Halodri sagt:

    Für den Umgang mit JavaScript & Co ist mein absoluter Favorit NoScript, als Skin kann ich Qute sehr empfehlen. Falls man Ambitionen hat fremde Seiten für sich persönlich umzugestalten, und wer hat die nicht *gg*, machen sich noch Greasemonkey und Stylish gut.

  6. onkelerika sagt:

    No Script kenne ich zwar (zumindest von Namen und Funktion har), nutze es aber nicht. Ebenso Grease Monkey, da mich bislang noch keine Webseite so verletzt hat, dass ich sie hätte ändern müssen 😉

    Allerdings nutze ich jetzt auch noch Blocksite -> https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/3145 . Damit kann man bestimmte Seiten sperren und die Links dazu automatisch deaktivieren. Das ist recht nützlich, wenn man ab und zu Foren besucht in denen Links zu bösen Seiten wie http://w*w.gfx-sector.d*/batman/ hinter unverdächtigem versteckt werden.

    Außerdem noch RefControl -> https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/953 , mit dem man verhindern kann, dass beim Aufruf einer neuen Seite mitgeteilt wird, von welcher Seite man gerade kommt. Auf Wunsch kann man auch eine Standardseite eingeben, die dann übertragen wird. Selbstverständlich kann man auch Ausnahmen setzen.

    By the way: Who the fuck is Halodri? Welcome to the Trio and thanks for participating!

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