O’Horten

Auch wenn es mir schwer fällt, muss ich doch ehrlicherweise sagen, dass mir im Moment keine norwegischen Filme einfallen wollen. Außer Cops – der handelt von entlassungsbedrohten Polizisten, ist sehr lustig, sehr sehenswert und sehr schwedisch. Also doch kein norwegischer Film. Auch ein schneller Blick auf Wikipedia erhellt mich nicht gerade. Norwegen scheint nicht gerade ein Paradies für Filmemacher zu sein.

Schade eigentlich. Denn ich würde sagen, dass O’Horten typisch norwegisch ist. Oder eben typisch skandinavisch. Warum? Keine Ahnung. Spielt aber auch keine Rolle.

Odd Horten (Bard Owe) ist Lokführer im Ruhestand, was ihm gar nicht so richtig bekommt. Kaum dass er als Auszeichnung für seine langjährige fehlerlose Dienstzeit die silberne Lokomotive bekommt, geht es bergab. Besonders seine Vergesslichkeit macht Horten zu schaffen. Am härtesten trifft ihn aber, dass er ausgerechnet zur letzten Fahrt zu spät kommt.

O’Horten erzählt eigentlich keine so richtig stringente Geschichte. Vielmehr ist er eine Aneinanderreihung inhaltlich lose verbundener Szenen aus dem Leben des Hauptdarstellers, die ausnahmslos ziemlich absurd sind und wunderbar für Belustigung sorgen. Dabei ist der Humor nicht vordergründig und platt, sondern wird – typisch schwedisch – eher nebenbei transportiert. Allein der Versuch Hortens, zur eigenen Abschiedsfeier in die Wohnung eines Freund zu gelangen, ist absolut köstlich.

Unterstützt wird das alles vom wortkargen, fast schon lethargischen Spiel Owes, eingefangen von sehr ruhigen Kameraeinstellungen, die oft auch das wunderschön verschneite Norwegen zeigen. Auch die Gestalten, die er insbesondere nachts in Oslo trifft, sind allesamt urkomische Sonderlinge. Trotzdem wird der Film nicht albern, vielmehr beinhalten viele der Szenen auch tragische Elemente, die eine gewisse, unaufdringliche Tiefe schaffen.

O’Horten ist äußerst kurzweilig und ohne Einschränkung empfehlenswert.

-> Offizielle Webseite mit Trailer und mehr.

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2 Antworten auf O’Horten

  1. Koloradokäfer sagt:

    > Norwegen scheint nicht gerade ein Paradies für Filmemacher zu sein.
    Norwegen hat gerade einmal 5 Mio. Einwohner. Ich glaube da ist das nicht weiter verwunderlich.

    Der Film war wirklich absurd schön, genau wie die NORWEGISCHEN Landschaften. 🙂

  2. onkelerika sagt:

    Ups 😛

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