Mission accomplished?

Wie auch schon der Koloradokäfer berichtete, fand gestern die große Demonstration gegen das neue sächsische Hochschulgesetz statt. Ein wenig enttäuschend war die gesunkene Anzahl protestierender Studenten schon, nichtsdestotrotz war der Demozug wieder eindrucksvoll, zudem er noch von gegen den neuen Haushalt protestierenden Schülern und Lehrern unterstützt wurde. Ob das Ziel erreicht wurde, wissen wir morgen: Es galt, noch sieben weitere Abgeordnete zum Umdenken zu bewegen. Durchaus machbar.

Zunächst möchte ich aber noch ein wenig Kritik an der Demo loswerden: Die skandierten Sprüche waren mal wieder unter aller Kanone.

Ohne Bildung wird man Polizist. – Aha. Vielleicht standen einige der Polizisten den Forderungen der Studenten sehr aufgeschlossen gegenüber – nur um sich dann so einen Müll anhören zu müssen. Außerdem hat die Polizei, so wie ich das aus einigen Aussagen von umstehenden Lehrern entnehmen konnte, ausgezeichnete Organisationsarbeit für die busabhängigen Teilnehmer geleistet.

Bildung für alle, und zwar umsonst. – Wenn die Bildung umsonst sein soll, dann kann man auch das neue Hochschulgesetz so durchwinken. Bei einigen scheint es ja jetzt schon daran zu mangeln.

Hu-, Hu-, Humankapital! – Dazu muss man wohl auch nichts sagen.

Abgesehen davon hat der verdi-Vertreter auf der Zwischenkundgebung zu lange und zu ausschweifend gesprochen. So verliert man ungeduldigere Naturen. Sehr zu loben ist diesbezüglich die Schülervertreterin mit der besten Rede der gesamten Veranstaltung.

Außerdem sollte man nächstes Mal vielleicht über eine andere Route nachdenken. Durch den Weg über die St. Petersburger Straße behindert man den Verkehr – was ich erstmal toll finde. Allerdings wird auch der ÖPNV behindert, was den vordergründigen Nutzen natürlich entwertet. Außerdem bekommen die im Stau stehenden Autofahrer von den Zielen der Demo wohl eher wenig mit, womit sich ihr Frust allein auf die Demonstrierenden projiziert.

Viel wirksamer wäre der Marsch vom Bahnhof durch die Prager Straße, am Altmarkt vorbei zur Frauenkirche, dann noch über die Carolabrücke zum Goldenen Reiter und auf der Augustusbrücke zurück. So würde man eine ganze Menge Passanten erwischen, die auch thematisch etwas mitbekommen.

Nun aber genug der Kritik, jetzt heißt es Daumen drücken.

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Eine Antwort auf Mission accomplished?

  1. Koloradokäfer sagt:

    Sehr gut zusammengefasst. Deiner geforderten Demonstrationsroute könnte im Wege stehen, dass eine Demo durch die Altstadt (insbesondere Neumarkt) möglicherweise nicht genehmigt werden würde. Könnte ich mir zumindest vorstellen. Auf jedenfall hätte die Stadt da sicher Einwände. Auf der anderen Seite wäre der Neumarkt prima für eine Zwischenkundgebung geeignet. Ohne Gewerkschaftsquatschkopf natürlich 😉 – Kundgebung in der Frauenkirche 😛

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