Mando Diao: Give Me Fire

Zwei in einem, kann das gut gehen? Ja kann es, aber dann wäre die Überschrift zu lang geworden. Deshalb gibt es die wie immer nicht ganz zeitnahen Vorstellungen von Mando Diaos und Anna Ternheims neuen Alben Give Me Fire und Leaving On A Mayday in separaten Artikeln, auch wenn das Bild nebenan anderes vermuten lässt. Zu Frau Ternheim also später. Außerdem gibt es noch einen feinen Bonus – auch später.

Wer die erste Singleauskopplung aus Give Me Fire noch nicht gehört hat, muss sich schon ziemlich von der Außenwelt abgeschottet haben, läuft Dance With Somebody doch in Fernsehen und Radio rauf und runter und erreichte in Deutschland gar Platz 2 in den Charts. Ein ungeheurer Sprung im Vergleich zum bisherigen Chartrekord (Platz 53) der Schweden, den sie zwei Alben vorher mit Long Before Rock ‚N‘ Roll erreichten. Kein Wunder, geht Dance With Somebody doch nicht nur voll in die Ohren, sondern bannt sich von dort aus seinen Weg direkt ins Tanzbein.

Entsprechend bekannt sind Mando Diao hier mittlerweile geworden – dabei ist der Discosound alles andere als repräsentativ für ihr bisheriges Schaffen. So toll die erste Single klingt, so sehr wurden im auf dem Album direkt folgenden Gloria die Anleihen an die Discohits der 70er und 80er übertrieben. Kitschige Streicher und „Huuuh“-Gesang im Hintergrund schrecken zunächst eher ab – doch hört man auf den Text, wird die Instrumentierung zum Kontrapunkt einer Geschichte über eine Discoqueen, die sich das Leben nimmt um ihrem Dasein zu entfliehen.

Musikalisch auch ganz große Klasse das folgende, absolut lässige High Heels vom hämmernden Bass-Beat, inklusive Trompete.
Wieder mit dabei sind leicht beatleske Songs wie Mean Street oder Go Out Tonight. Große Klasse auch das namensgebende Give Me Fire, dass sicherlich als nächste Single veröffentlicht wird. Alles in allem findet man auch in den restlichen Songs doch ziemlich viel Mando Diao. Die Single und der Anfang des Albums sind also nicht repräsentativ- aber anscheinend ziemlich publikumswirksam.

Ein Album also, das im Gegensatz zum Vorgänger Never Seen the Light Of Day doch deutlich besser in die Reihe passt, und eine Band, die immer wieder bestrebt ist, sich weiterzuentwickeln – ohne dabei auf die wichtigsten Zutaten, die schrammelnden Gitarren und den eingängigen Beat, zu verzichten.

Gut so, reicht doch bei vielen anderen Gruppen ein Album aus, um alle Songvarianten zu kennen. Wer allerdings die alten Werke der Schweden noch nicht kennt, hat unbedingten Nachholbedarf. Meine Empfehlungen: Motown Blood, Down In The Past oder God Knows!

Happy Dancing!

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