Inglourious Basterds in Taiwan

Gestern waren wir in 台中 Taichung im Kino (inklusive Desinfektion der Hände), um den neuen Film von Tarantino zu schauen: Inglourious Basterds. Die Schreibfehler im Titel sind beabsichtigt und „richtig“. Ein mehr oder weniger typischer Tarantino, ein Spaghetti-Western im von den Nazis okkupierten Frankreich – ich fand ihn toll.

Allein die erste Szene, in der der großartige Christoph Waltz (vorher noch nie von ihm gehört) als „Judenjäger“ einen französischen Bauern verhört. Man weiß ziemlich genau, was hier geschehen wird, doch Tarantino zelebriert die Szene bis ins Unendliche. Man mag das als Länge empfinden – oder als eine geniale Hommage an „Spiel mir das Lied vom Tod“. Es gibt wohl kaum einen Film im dem das Trinken eines Glas Milch so viel Bedeutung bekommt wie hier.

Man kann sich auch darüber streiten, ob die Darstellung der Inglourious Basterds, der skalpierenden und Schrecken verbreitenden Juden, nicht total daneben ist. Aber das wäre müßig. Der Film ist nicht historisch korrekt und will es auch mit keiner einzigen Szene sein. Ich kann ihn nur empfehlen.

Vorteil hier in Taiwan: Man bekommt den Film in seiner Originalversion zu sehen. Hier werden Filme nur seltenst übersetzt, Untertitel genügen. Das kommt Inglourious Basterds sehr zu gute, wird hier doch neben Englisch auch unheimlich viel Deutsch – gefühlt fast die Hälfte des Films, den vielen deutschen Schauspielern sei dank – Französisch und auch ein bisschen Italienisch gesprochen. Von dieser Atmosphäre dürfte in der deutschen Version nicht mehr viel übrig bleiben.

Man darf hier übrigens auch Getränke und Essen nach belieben mit ins Kino nehmen, ein mittelgroßes Popcorn kostet weniger als 2 Euro und der Eintritt selbst liegt auch unter 4 €. Nicht schlecht. Nur viel zu kalt war es.

Aber das ist in Taiwan so üblich.

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