Ick bin kein Berliner oder „Wie man im Netz zum Amerikaner wird“

Der Koloradokäfer bespricht in seinem aktuellen Artikel ISP-Sperren, die Internetnutzern den Zugriff auf bestimmte Webseiten verweigern sollen.

So etwas ähnliches kennt man vielleicht von Plattformen, die amerikanische oder britische Serien zum kostenlosen Anschauen anbieten. Das Problem: Solche Angebote sind immer auf die Einwohner des entsprechenden Landes limitiert. Das wird anhand der IP-Adresses überprüft.

So zum Beispiel auch bei Pandora, einem Last.fm ähnlichen Internetradio, welches Empfehlungen nicht Anhand von Genrebeschreibungen, sondern mittels echter musikalischer Merkmale ermittelt.

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Um trotz der Sperren in den Genuss dieses Angebots zu kommen, kann man sich eine amerikanische IP verschaffen. Dazu nutzt man einen Proxyserver. Der setzt sich zwischen den eigenen PC und den Server mit dem Angebot, und leitet alle Anfragen entsprechend weiter. Nutzt man nun also einen amerikanischen Proxyserver, sieht der Zielserver nur eine amerikanische IP und man kann das Angebot nutzen.

Einen schönen Artikel, wie man Pandora mit Firefox und Foxyproxy zum Laufen bekommt, findet man auf pcfreunde.de. Dort wird der Anonymisierer Tor genutzt.

Der Vorteil des dortigen Vorgehens: Es wird nur die Authentisierung anonymisiert, der Rest läuft mit voller Bandbreite über die normale Internetverbindung.
Der Nachteil: Tor hat nicht nur amerikanische Endknoten. Also wird die IP zwar vielleicht anonymisiert, wenn man Pech hat aber mit einem deutschen Ausgangsserver. Dann hätte man erstmal nichts gekonnt und müsste solange neu verbinden, bis man endlich eine amerikanische IP bekommt (was aber nicht so lange dauert, da die meisten Endknoten in Amerika stehen).

Nutzen wir also den Vorteil der Methode und lassen den Nachteil weg, indem wir statt Tor einen festen amerikanischen Proxyserver einstellen.

Der schwierigste Teil dieses Weges steht gleich am Anfang: Einen funktionierenden Proxy finden. Dazu kann man zum Beispiel Seiten wie publicproxyservers.com oder xroxy nutzen. Auf den entsprechenden Listen schaut man dann nach Servern in den USA. Hat man einen gefunden, trägt man die IP im Foxyproxy unter Hostname ein, dazu den richtigen Port. „SOCKS proxy?“ und „SOCKS v5“ dürfen jetzt natürlich nicht aktiviert sein. Sonst kann man alles so machen wie im oben verlinkten Tutorial beschrieben.

Um sicher zu testen, ob der Proxy funktioniert, geht man auf wieistmeineip.de und schaut sich erstmal die echte IP dann. Dann klickt man auf das Foxyproxy-Symbol, wählt dort „Verwende [Name des erstellten Profils] für alle URLs“ aus und lädt die Seite neu. Wenn alles richtig eingestellt ist und der Proxy funktioniert, sollte man jetzt eine amerikanische IP angezeigt bekommen. Bekommt man einen Verbindungsfehler, muss man sich einen anderen Proxy suchen.

Um halbwegs ausfallsicher arbeiten zu können, sollte man gleich mehrere Profile mit unterschiedlichen funktionierenden Proxys anlegen, da ja auch mal ein Proxy ausfallen kann.

Warum ich das nun für Pandora und nicht zum Beispiel für hulu.com erklärt habe? Weil ich es für letzteres noch nicht hinbekommen habe. Zwar konnte ich mit den meisten Proxys verbinden und die Filme aufrufen, abgespielt wurde aber nichts. Das liegt wohl zum Einen an der fehlenden Bandbreite für die Videos, zum Anderen vermute ich, dass einige der Proxys den Traffic filtern.

Aber das bekommen wir bestimmt auch noch hin.

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