GTA – Pay’n’Play?

Schön blöd – wie ein Haufen anderer Deppen gleich zum Erscheinungstag in den Saturn gerannt und sich das Spiel des Jahres geholt. Hab mir dann auf dem Heimweg schon überlegt, was ich so alles in den Blogeintrag schreiben könnte. Dass Grand Theft Auto IV wahrscheinlich schon heute die Spitze der Verkaufscharts erreicht hat, zum Beispiel. Alles hinfällig. Viel zu früh gefreut. Verdammt!

Was man hier für ein Installationsprozedere mitmachen muss, hat man noch nicht erlebt. Die Installation des eigentlich Spiel dauert schon mal geschlagene 30 Minuten. Das wäre halb so schlimm, doch geht es danach erst richtig los.

Zunächst einmal wird Rockstar Games Social Club installiert. Das ist wohl so was wie Steam für die Spiele von Valve, also eine Community. Ohne das Programm lässt sich GTA nicht starten. Registriert man sich dort nicht, kann man nicht online spielen.

Als nächstes braucht man Games for Windows – Live. Das ist auch wieder eine Onlineplattform, mit der man in Spielen Punkte sammeln und andere Sachen machen kann. Ohne die Installation des Programms kann man GTA nicht starten. Registriert man sich dort nicht, kann man nicht speichern. Außerdem braucht GfWL noch das .NET Framework 3.5 – also installieren.

Bevor man GTA nun also startet, legt man einen Rockstar Games Social Club-Account an. Den verknüpft man mit dem Games for Windows-Account, für den man auch noch einen Gamertag benötigt. Nun kann man das erste Mal versuchen, sich mit dem neuen Account einzuloggen. Was nicht funktionieren wird. Versucht man es oft genug, klappt es dann doch irgendwann. Also los, rein ins Spiel.

Halt, jetzt kommt erst noch die Online-Aktivierung. Dazu muss man den CD-Key eingeben, der dann Online überprüft wird, außerdem wir noch getestet, ob das Veröffentlichungsdatum des Spiels in der Vergangenheit liegt. Dazu wurde natürlich noch Securom installiert. Ein Kopierschutz, der regelmäßig Probleme macht. Jetzt aber wirklich los.

Wunderbar, das Rockstar-Logo. Zack, Fehler. Noch mal probiert, wieder ein Absturz. Eine kurze Suche bringt die Lösung: Nicht einloggen, sondern das Spiel offline starten. Wir erinnern uns: Der Mehrspieler-Modus fällt so flach. Für den hat man aber auch bezahlt.

Immerhin startet so das Spiel. Im Menü angekommen, soll man sich nun im Games for Windows einloggen, um speichern zu können. Höflich wie wir sind, hatten wir das alles schon eingerichtet und wollen nun auf unseren Account zugreifen. Das funktioniert aber nicht. Wieder suchen wir im Netz und stellen fest, dass man auch einen Offline-Account anlegen kann. Sind dann also schon zwei für GfWL. Fein. Jetzt dürfen wir auch speichern – was bitter nötig ist, da das Spiel regelmäßig abstürzt.

Was aber weniger störend ist, als man denken mag – denn die Performance ist grottig. Meine Grafikkarte, eine ATI X1900XTX ist zwar alles andere als aktuell, aber für niedrigere Einstellungen sollte sie durchaus noch ausreichen. Ich bin ja schon froh, dass das Spiel überhaupt startet. Denn anscheinend funktioniert bei einem Großteil der ATI-Karten nicht einmal das.

Um eine spielbare Framerate (FPS, Bilder pro Sekunde) zu erreichen, habe ich alle Einstellungen auf ein Minimum gestellt. Hat nichts gebracht. Um genauer zu sein: An den FPS hat sich quasi nicht geändert. Vor allem die Auflösung scheint vollkommen ohne Auswirkungen auf die Performance zu sein. Um das nachzuprüfen, habe ich mit dem Programm Fraps drei Benchmarks gemacht (die Zahlenwerte sind die FPS, AVG=Durchschnitt):

  • Niedrigste Auflösung (854×480), alles auf Minimum – Min: 11 Fps, Max: 23 Fps, Avg: 18.9 Fps
  • Mittlere Auflösung (1280×800), alles auf Minimum – Min: 12 Fps, Max: 24 Fps, Avg: 19,789 Fps
  • Mittlere Auflösung (1280×800), Texturen niedrig, Rendering hoch, sonst alles auf 20 – Min: 10 Fps, Max: 24 Fps, Avg: 17,256 Fps

Die Abweichungen kann man vernachlässigen. Daraus schließe ich, dass es nicht an der Hardware liegt. Dass das Spiel in den niedrigsten Einstellungen außerordentlich schlecht aussieht, muss man wohl nicht erwähnen. Aber auch bei höheren Details hat man ein sehr starkes Kantenflimmern, Objekte poppen plötzlich auf, Schatten springen hin und her. Man hat den Eindruck, dass das vier Jahre alte GTA San Andreas besser aussah – und viel besser lief!

Ich gehe also fest davon aus, dass sich das durch einen Patch und die nächste Version des Grafikkartentreibers beheben lässt. Bis dahin sollte man vom Kauf des Spiels Abstand nehmen.

Wenn die Probleme aber erstmal behoben sind, kann es richtig los gehen. Denn schon jetzt macht das Spiel einen Riesenspaß, trotz aller Widrigkeiten: Die Autos fahren sich realistischer als zuvor, die Story ist viel versprechend, die musikalische Untermalung mal wieder erstklassig, der Ich-mach-was-ich-will-und-das-fetzt-Faktor unübertroffen. Mit dem Spiel des Jahres könnte es also schon noch was werden.

Aber bitte fix!

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3 Antworten auf GTA – Pay’n’Play?

  1. Matze sagt:

    Guten Abend,

    ich stand heute eher zufällig im Elektronikmarkt des Vertrauens und hatte auch das Spiel schon in der Hand. Da aber Zeit genau das ist, was mir derzeit am meisten fehlt, was verschiedene Gründe hat (menschlich, arbeitstechnisch und generell), nahm ich davon Abstand.
    Es scheint sich vorerst gelohnt zu haben, das Spiel nicht zu kaufen, da der Frustfaktor anhand des authentischen Berichts ziemlich hoch zu sein scheint! Es ist doch sehr unzweckmäßig, den User zu zwingen, irgendwelchen Communities beitreten zu MÜSSEN! Anhand anderer Beiträge hier hätte ich soviel Kooperativität gar nicht erwartet – aber was tut man nicht alles für ein Spiel, dem der gute Name vorauseilt und das Vorfreude schürt (ich kann es verstehen) – trotz allem finde ich diesen Zwang durch Rockstar sehr überzogen….

    Ich bin allerdings auf weitere Berichte gespannt – der Bedienkomfort dieses sicherlich grandiosen und realistischen Spiels sollte sich doch verbessern.

    Wie schaut es eigentlich mit den HW-Anforderungen aus? Ich rechne mir mit einem 3,5 Jahre alten Laptop keine großen Chancen mehr aus.

    Bis später…

  2. Matze sagt:

    Very well, I think I’d like the Lollipop girl…

  3. onkelerika sagt:

    Im Bericht vergessen zu erwähnen: Selbstverständlich wurden überall falsche Daten angegeben. Das ändert aber natürlich nichts an der Unverschämtheit des Publishers – denn solche Maßnahmen treffen immer nur den ehrlichen Käufer.

    Die Hardwareanfordungern sind extrem hoch. Meine Hardware ist zwar immerhin noch 1 Jahr jünger als deine, und konnte bislang alles zu meiner vollsten Zufriedenheit darstellen (sogar Crysis war spielbar), doch GTA geht damit mal gar nicht. Laut Gamestar.de sind selbst Topgrafikkarten wie die GeForce GX280 in Verbund mit Dreifach oder Vierfachprozessoren überfordert. Also wurde wohl einfach schlamig von der Konsole auf den PC konvertiert.

    Das ist besonders schade, weil GTA ja vom PC kommt und die bisherigen Teile alle nahezu fehlerfrei ausgeliefert wurden.

    Also hoffe ich weiterhin auf Softwarelösungen. Kommen die nicht, habe ich endlich einen handfesten Grund für eine neue Grafikkarte 🙂

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