Fiddler’s Green – Sports Day At Killaloe

Killaloe – ein irisches Kaff, das so klein ist, dass nicht ein einziger Wikipedianer hineinpasst. Die wohnen wohl alle in Ennis. Trotz dem Killaloe so klein ist, gibt es dort Menschen – oder Kobolde, man weiß es nicht – die Sport treiben. Einmal im Jahr treffen sie sich, und veranstalten einen großes Sportfest. Die Musik dazu liefern Fiddler’s Green und betiteln ihr neuestes Album naheliegend Sports Day At Killaloe.

Publikum ist am Sporttag allerdings nicht erwünscht – das bekommt nämlich ein dickes Bugger Off entgegen geknallt. Startschuss – Höchstpuls! So muss das sein, aufwärmen ist für Anfänger. Der Puls bleibt hoch, auch wenn es erstmal in die Trinkpause geht. Bis man the Bottom Of Our Glass gefunden hat, kann es ein wenig dauern. Ist ja auch kein Wunder, wenn immer wer nachfüllt!

Das Tempo ist atemberaubend – fast die gesamte Spielzeit durch. In solcher Konsequenz gab es das auf noch keinem Fiddler’s Album. Das zeigt auch schon die Statistik: Der Titel sind es 19 – einer weniger als auf Drive Me Mad! – die Spielzeit beträgt 59 Minuten – auf dem Vorgängeralbum waren es noch 68 Minuten. Dauerte damals ein Song durchschnittlich 204 Sekunden, schaffen die Jungs das jetzt schon in 186! Umgerechnet in Beats per Second ergäbe das … ok, genug Statistik. Es rockt!

Das Sports Day Theme gewährt exakt eine Minute Ruhepause – danach wird weitergesprintet, mit leeren Taschen vorbei am leeren Kühlschrank (Empty Pockets, Empty Fridge). Das reggaelastige Change leitet über zum sehr atmosphärischen, zunächst von Akkustikgitarre und Akkordion getragenem Down By The Hillside, dass sich dann mit Trommelwirbeln und pathetischem Klang fast zu Schlachtenhymne entwickelt. Neben folkigem gibt es auch das sehr rockig klingende Strike Back, das ein weiteres Experimentiergenre zum Portfolio der Erlanger hinzufügt.

Der Mix aus traditionellen Songs und Eigenkompositionen, Violine und E-Gitarre, Folk und Rock passt auf dem nun schon elften Album der Fiddler’s so gut wie selten zuvor. Fast alle der neuen Stücke passen voll ins Konzertkonzept: Schnell, schneller, am schnellsten. Die Zahl der blauen Flecken nach einem Konzertbesuch dürfte sich damit drastisch erhöhen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob es das bislang beste Album der Fiddler’s ist, das weiß man erst nach ein paar Wochen wenn es sich ein wenig gesetzt hat.

Jetzt aber auf jeden Fall hörenswert.

Dieser Beitrag wurde unter Gehört veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.