El baño del Papa – Ein Klo für den Papst

„Ich baue ein Klo.“ Nein, nicht ich, sondern Beto aus Uruguay. Der schmuggelt sonst mit seinen Freunden auf dem Fahrrad verschiedenste Waren des täglichen Bedarfs über die Grenze, immer auf der Hut vor den fliegenden Kontrollen der Grenzpolizei. Viel verdienen kann er damit nicht, aber zum Leben reicht es. Für das Studium seiner Tochter Silvia hingegen eher nicht. Selbst mit dem Ersparten ihrer Mutter wird ihr Weg zur Reporterin nicht einfach werden.

Als nun bekannt wird, dass der Papst ins beschauliche Melo kommen wird, sieht nicht nur Beto seine Chance auf das große Geld gekommen. Im ganzen Dorf hat jeder seine eigenen Pläne, wie er die Visite des heiligen Vaters zu seinen Gunsten nutzen kann. Das geht so weit, dass Leute ihre Grundstücke verkaufen, um Geld für den Erwerb von tonnenweise Würstchen zu bekommen.

Die aufkeimende Hoffnung kommt nicht von ungefähr. Der lokale Fernsehsender schürt riesige Erwartungen, spricht von 50.000 Besuchern aus dem benachbarten Brasilien, stellt Wohlstand, Arbeit und eine rasche Entwicklung nach vorn in Aussicht. Tagein tagaus werden Interviews mit den optimistischen Menschen ausgestrahlt – wer nicht an dieses Wunder des Aufschwungs glaubt, wird übergangen.

Betos Idee schließlich, ist eine öffentliche Toilette extra für die Besucher der Papstrede. Die Materialien dafür wollen natürlich erst einmal bezahlt sein, was für den hart arbeitenden Mann noch mehr Schmuggelfahrten bedeutet, dabei hat er so schon Probleme mit seinen Knien. Doch der Traum geht vor und Beto entscheidet sich nicht immer für den richtigen Weg…

Der Film, in Deutschland ausgestrahlt als spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, könnte in Teilen fast als dokumentarisch bezeichnet werden. Das Leben und die Lebensweisen der Uruguayer werden in ruhigen Bildern detailreich porträtiert, teilweise unterlegt mit landestypischer Musik. Der Kameramann ist wohl der gleiche, der sich auch schon für die Kamera in City of God verantwortlich zeigte. Entsprechend toll sind die Schauplätze in Szene gesetzt.

Die ernsten und die lustigeren, lockeren Passagen des Films halten sich in etwa die Waage, denn im Kontrast zum harten Leben der Menschen dort zieht einen deren Willenskraft und Ausdauer immer wieder in den Bann. Nie siegt die Verzweiflung über den Lebenswillen der „Melonier“.

El baño del Papa ist ein sehr empfehlenswerter Film über das Leben der Menschen in Armut, über trügerische Fernsehbilder und einen Papst, der die Welt nicht besser macht.

-> Trailer
-> Webseite (spanisch)

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