Der Kölner Aufruf gegen Gewalt

Ganz Köln ist gegen Gewalt. Ganz Köln? Nein, aber eine kleine Gruppe von Gott erleuchteter Streiter. Ihre tapfren Thesen haben sie in ein pdf genagelt und ins Internet gepappt: Wie kommt der Krieg in die Köpfe – und in die Herzen? Das ist mal wieder einen Blick wert, zumal auch wieder Prof. Dr. Pfeiffer und seine Frau mit von der Partie sind.

1. Killerspiele sind Landminen für die Seele

Das klingt schon mal sehr griffig – auf den unsinnigen Vergleich wird aber im folgenden gar nicht näher eingegangen.

5-, 15- und 25jährige sitzen heute Stunden, Tage und Nächte vor Computern und Spielekonsolen.

Was sind das denn für Aufzählungen? Stunden, Tage, Nächte? Was ist mit 24jährigen? Ein Indiz für die mangelhafte Qualität des folgenden.

In „Spielen“ wie „Counter-Strike“, „Doom 3“, „Call of Duty“, „Halo 3“, “Crysis”, “Grand Theft Auto IV“ u.a. üben sie systematisches und exzessives Töten

Nein, ganz sicher nicht. Einmal davon abgesehen, dass ich die Trainierbarkeit des Tötens generell anzweifeln möchte, kann man dies erst recht nicht mit so etwas abstraktem wie einer Maus vor einem kleinen Bildschirm.

Sie demütigen, foltern, verstümmeln, zerstückeln, erschießen und zersägen…

Erschießen ja, zerstückeln und verstümmeln manchmal, zersägen äußerst selten, demütigen und foltern nie – meinerseits natürlich alles bezogen auf Ego-Shooter. Die „Kölner“ differenzieren da gar nicht.

…Menschen an ihren Bildschirmen.

Nein. Es sind immer noch Pixel. Nullen und Einsen, im Grunde genommen.

Längst ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Mediengewalt und vor allem Killerspiele verheerende Wirkungen insbesondere auf Kinder und Jugendliche haben. […]unübersehbar, dass Kinder und Jugendliche durch Computerspiele aggressiver, gewalttätiger und abgestumpfter werden. Belegt ist: Je brutaler die Spiele sind und je mehr Zeit die Kinder damit vergeuden, desto schlechter sind die Schulleistungen.

Richtig ist: Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und Computerspielen vermuten. Es gibt aber auch Studien, die das Gegenteil zeigen. Erwiesen ist noch gar nichts. Ebenso gibt es sicherlich Korrelationen zwischen zu häufigem Computer spielen und schlechten Schulnoten. Das trifft aber auch auf exzessives Fußball spielen zu. Woran die Verfasser des Aufrufs die zunehmende Aggressivität und Gewalttätigkeit der Computerspieler so unübersehbar erkennen, würde ich auch gern wissen.

Viele Eltern sind verzweifelt, Lehrerinnen und Lehrer haben mit steigender Brutalität und Schulversagen zu
kämpfen.

Oha. Fühlt sich hier jemand überfordert?

2. Killerspiele sind aktives Kriegstraining

Wozu denn überhaupt noch den Grundwehrdienst?

Killerspiele entstammen den professionellen Trainingsprogrammen der US-Armee, mit denen Schusstechnik, Zielgenauigkeit und direktes Reagieren auf auftauchende Gegner trainiert werden: Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut.

Es gibt tatsächlich zwei Spiele, die direkt mit der US Army verbunden sind. Zum einen ist da Full Spectrum Warrior, das in einer angepassten Version für die taktische Ausbildung von Soldaten genutzt wurde – aber nicht zum Abbau von Tötungshemmungen oder Verbesserung der Schusstechnik. Zum anderen gibt es da noch America’s Army, ein kostenloses Onlinespiel, das als moderne Art der Rekrutierung genutzt wird. Das sollte in der Tat kritisch gesehen werden und wird es meistens auch. Soweit ich weiß, sind alle weiteren Versuche der amerikanischen Armee, mit Computerspielen Soldaten zu züchten, negativ ausgefallen und aufgegeben worden.

Genauso werden durch Killerspiele Kindern und Jugendlichen Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktik vermittelt

Darüber könnte man streiten. Wer sich tatsächlich dafür interessiert, könnte aus Spielen sicherlich lernen, welche Waffen was für Kaliber haben, wie weit sie schießen etc. Ob das dann aber Spezialkenntnisse sind, ist fraglich. Denn wer sich dafür interessiert, bekommt außerhalb von Computerspielen noch viel exaktere und detailliertere Informationen. Wer sich nicht dafür interessiert, wird sich durch das Spielen auch keine Spezialkenntnisse aneignen. Ich möchte auch bestreiten, dass man beim Spielen von Counter-Strike Taktiken lernt, die man nicht auch durch Schach oder diverse Kinderspiele kennt.

Sie erzwingen unmittelbare Handlungen in einem Reiz-Reaktions-Schema und verhindern so
gezielt kritische Distanz und Mitgefühl. Die virtuellen Räume und die reale Welt durchdringen sich, werden ununterscheidbar.

Um dieses Argument gelten zu lassen muss erst bewiesen werden, dass das sicherlich tatsächlich aufgebaute Reiz-Reaktions-Schema aus der virtuellen Welt heraus in die reale Welt übertragen wird. Denn diese beiden Welten werden von Spielern durchaus unterschieden. Es scheinen eher die Kritiker ein Problem mit der Differenzierung zwischen beiden zu haben.

Der „Spielraum“ unserer Kinder und Jugendlichen entspricht der Wirklichkeit des Kampfes von Soldaten in den völkerrechtswidrigen Kriegen z.B. im Irak und in Afghanistan.

Inhaltlich großer Unsinn, ist dieser punkt geschickt aufgebaut. Durch das auf den ersten Blick nicht ganz so wichtige Wort „völkerrechtswidrig“ und die Gleichstellung von Spiel und Krieg, werden Spiele automatisch auch völkerrechtswidrig und damit absolut verdammenswert. Das ist beeindruckende Demagogie.

Vor genau solchen Zielmonitoren sitzen Panzer-, Flugzeug- und Hubschrauberbesatzungen und schießen wirkliche Menschen einzeln ab – gelernt ist gelernt.

Das ist ein Punkt, der auch mir zu denken gibt. Aber nicht, weil die Piloten durch Computerspiele das Töten gelernt hätten, sondern weil der Krieg „entmenschlicht“ wurde – so pervers das klingen mag. Das Töten per Monitor fällt hier viel leichter, weil das Reale abstrahiert wird. Forderte man so ein Mitglied einer Panzerbesatzung dazu auf, einen Menschen mit einer Pistole oder einem Messer zu töten, würde es ganz anders handeln.

3. Wer profitiert vom Krieg in den Köpfen?

Jetzt kommt überraschendes:

Die „Global Player“ der Spieleindustrie profitieren in einer stagnierenden globalen Wirtschaft vom größten Wachstumsmarkt. Die Computerspielbranche hat einen weltweiten Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro. Computerspiele sind gigantische Geldmaschinen: Die Branche wächst zweistellig, die Rendite ist riesig, denn Computerspiele sind teuer bei geringen Investitionen. Dieser boomende Markt wird in Deutschland sogar staatlich gefördert.

Bis auf die Aussage über die geringen Investitionen ist dieser Absatz richtig. Hat aber mit dem Gewaltproblem auch nichts zu tun.

Zudem arbeiten Computerspielindustrie und Militär in Forschung, Entwicklung und Anwendung eng zusammen: Spielentwicklung und Forschungen über militärische Simulationen ergänzen einander.

Dass Spielehersteller und Militär teilweise zusammenarbeiten, darf nicht verschwiegen werden und wird es auch nicht. Man sollte diese Kooperationen aber auch nicht überbewerten. Meist wird ein Berater engagiert, der den Designern dann nähere Details zu Waffen, Fahrzeugen etc. gibt. Das ist nichts Ungewöhnliches. Viele große Hollywood-Filme hätten ohne die Zusammenarbeit mit der US Army nicht oder nur mit sehr reduzierten Mitteln gedreht werden können.

Games-Konzerne dienen somit als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes dazu, mit „Spielen“ die künftigen Soldaten heranzuziehen. Das Alltagsleben wird vom Krieg durchdrungen, um Akzeptanz für die derzeitigen und künftigen Kriege zu schaffen.

Wie oben schon erwähnt, halte ich diese Theorie von der „Soldatenzucht“ für ausgesprochenen Blödsinn. Außerdem sind wir jetzt plötzlich von den Computerspielen in die Altagswelt gerutscht. Wenn ich in Call of Duty als GI im Zweiten Weltkrieg spiele, in Doom 3 gegen Höllenmonster oder in Crysis gegen Aliens, dann kann ich mich ohne Probleme immer noch ausdrücklich gegen den Irakkrieg aussprechen. Ich käme nicht einmal eine Sekunde lang auf den Gedanken, so ein Krieg eigentlich gar keine so schlechte Sache ist. Die ganz große Keule kommt aber erst:

Diese Spiele sind somit massive Angriffe auf Menschenrechte, Völkerrecht und Grundgesetz. Warum also wird hiergegen nichts unternommen?

Härter geht es nicht mehr. Computerspiele sind Krieg. Computerspiele sind Guantanamo. Computerspiele sind Kinderpornographie. Da muss nichts mehr belegt werden. Ein Angriff auf die Menschenrechte, was gibt es da noch zu diskutieren? Hier werden völlig haltlose Begriffe aneinander gereiht, die nur einen Zweck haben: Dem Zuhörer ins Gehirn zu hämmern, dass Computerspiele verdammtnochmal DAS BÖSE sind.

4. Komplizen, Kollaborateure und Profiteure der Killer-Industrie

Nachdem das geklärt ist, muss noch das Futter für den Scheiterhaufen gefunden werden.

Die Entwicklung von Computerspielen wie die Verharmlosung ihrer Wirkungen funktionieren nur, weil Wissenschaftler und Hochschulen seit langem mitspielen. Hochschulen richten Studiengänge für die Games-Industrie ein und Wissenschaftler kreieren eine neue Sprache, die die Wirklichkeit verschleiert statt aufzuklären:

Wissenschaftler und Hochschulen, die nicht der Meinung der Aufrufs-Unterzeichner sind, wurden also von der Industrie bezahlt. Eine wirkungsvollere Entkräftung der Argumente ihrer Gegner hätten sich die Kölner wirklich nicht einfallen lassen können.

Mit Nebelbegriffen wie „Medienkompetenz“ und „Rahmungskompetenz“ wird pseudo-wissenschaftlich suggeriert, dass Kinder und Jugendliche mit Killerspielen sinnvoll „umgehen“ könnten, ohne seelischen und körperlichen Schaden zu nehmen. Die Spiele sind aber gerade so angelegt, dass dies nicht möglich ist.

Anders ausgedrückt: Computerspiele sind bewusst so gemacht, dass sie zwingend seelischen und körperlichen Schaden verursachen. Wer sich also in virtuellen Welten rumtreibt wird automatisch zur Gefahr für die Gesellschaft. Nebenbei wird „suggeriert“, dass fehlende „Medienkompetenz“ nicht schlimm ist – denn Medienkompetenz ist ja pseudo-wissenschaftlicher Firlefanz.

Die Bestechungsvorwürfe werden im folgenden sogar noch konkreter:

Wissenschaftler, die dies leugnen, machen sich zu Komplizen und sind Profiteure des militärisch-industriell-medialen Komplexes, denn deren Institute erhalten umfangreiche finanzielle Unterstützung der GamesIndustrie. Die Hochschulen bekommen kaum mehr staatliche Gelder und werden so immer mehr zum Dienstleister der Industrie. So wird wissenschaftliche Korruption und Abhängigkeit von Wirtschaft und Militär geradezu provoziert.

Doch das ist nicht genug. Eine richtige Verschwörung darf auch vor den ganz großen nicht Halt machen:
Auch die Politik macht sich zum Handlanger dieser Interessen: Derzeit laufen Beschlussanträge im Bundestag, die Computerspiele zum „Kulturgut“ erklären wollen. Gelten Gewaltspiele als „Kunst“, kann damit aber der Jugendschutz ausgehebelt werden.
Filme gelten gemeinhin auch als Kunst, werden auf Festivals prämiert und rund um die Uhr von Menschen jeden Alters konsumiert – trotzdem wird der Jugendschutz nicht ausgehebelt. Zumindest nicht weniger stark, als das bei als Kunst anerkannten Computerspielen der Fall wäre.

Die staatliche „Bundeszentrale für politische Bildung“ beteiligt sich zudem seit Jahren an der Verharmlosung von Gewaltspielen. Hier veröffentlichen nahezu ausschließlich solche „Medienpädagogen“, die der Gamesindustrie nahestehen und deren Schriften offen für Gewaltspiele werben. So finanzieren die Bürger mit ihren Steuergeldern ihre eigene Desinformation. Die Bundeszentrale verstößt damit gegen den grundgesetzlichen Auftrag zur Friedenserziehung.

Absurd. Einfach absurd.

5. Wer verantwortlich ist

Worum es denn Verfassern dieser Hetzschrift eigentlich geht, wird im letzten Absatz klar.

Verantwortlich sind also nicht Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, denen die Bewältigung der Folgen immer zugeschoben wird. Verantwortlich sind Hersteller und Kriegsindustrie; die inflationäre Verbreitung der Spiele ist politisch gewollt und wird von „Wissenschaft“ und Medien bereitwillig vorangetrieben.

Wenig überraschend kommt man nach der Analyse zum selben Schluss, wie bereits im Beitrag zum Kongress “Computerspiele und Gewalt”. Kurz: Es soll mal wieder die Verantwortung auf andere abgeschoben werden. Das ist billig. Daher muss um diesen dünnen Kern ein solches Pamphlet herumgebaut werden, dass am Ende noch mal alles fein zusammenfasst und den Computerspielern gleich noch Fremdenfeindlichkeit unterstellt – den Leuten, die in Onlinespielen mit Spielern aus aller Welt zusammen Spaß haben.

Wir lassen nicht zu,
-dass die Köpfe und Herzen unserer Kinder weiterhin durch Killerspiele mit Krieg und Gewalt vergiftet werden;
-dass Kinder und Jugendliche zu Tötungsmaschinen auf den virtuellen und realen Schlachtfeldern dieser Welt abgerichtet werden;
-dass neue Feindbilder geschaffen und Fremdenfeindlichkeit verbreitet wird;
-dass die humanen und zum Frieden verpflichtenden Grundlagen unserer Gesellschaft zugrundegerichtet werden und Krieg zur Normalität wird;
-dass Menschenrechte, Grundgesetz und Völkerrecht durch Gewaltspiele unterminiert werden.

Anschließend folgt noch eine Liste von Forderungen. Mir reicht eine einzige:

Bitte verschont uns in Zukunft von solch geballter Inkompetenz!

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6 Antworten auf Der Kölner Aufruf gegen Gewalt

  1. Koloradokäfer sagt:

    Also auch, wenn ich das “Prof. Dr.”-Pfeiffer-Bashing richtig finde. Auch dein Bericht ist nicht frei von Suggestion 😛

    > …wie einer Maus vor einem kleinen Bildschirm
    Dein Bildschirm ist nicht klein.

    > …Menschen an ihren Bildschirmen.
    > Nein. Es sind immer noch Pixel. Nullen und Einsen, im Grunde genommen.
    Die Abstraktion von Nullen und Einsen zu Bildern von zweibeinigen Lebewesen ist meiner bescheiden Meinung nach vergleichbar mit der Abstraktion von Bildern mit zweibeinigen Lebewesen zu sogenannten real existierenden Menschen.

    > Computerspiele sind Kinderpornographie.
    Das steht ja garnicht in dem Bericht. – Stimmt aber trotzdem, denn Verschlüsselung ist Terrorismus und die Erde ist eine Scheibe. Wer was anderes erzählt glaubt wahrscheinlich auch an US-Foltergefängnisse.

    > Bitte verschont uns in Zukunft von solch geballter Inkompetenz!
    Ich habe Herrn Pfeiffer bereits gebeten ein monatliches Kampfblatt herauszugeben. Es mangelt nur noch etwas am Inhalt.

    … Allerdings machen diese Ausschmückungen deinen Artikel erst gut lesbar. Du solltest dich mal da bewerben: http://www.bild.de/BILD/corporate-site/jobs/praktikum/artikel-praktikum.html

    P.S. Bitte zersäge mich nicht.

  2. onkelerika sagt:

    Ich werde dich nicht nur zersägen, sondern auch demütigen, foltern, verstümmeln, zerstückeln und erschießen. In dieser Reihenfolge!

    Du hast natürlich recht, mein Beitrag ist sicherlich nicht objektiv. Ist ja auch ein Kommentar und stellt diesen Anspruch auch gar nicht.

    Verglichen mit meiner visuellen Wahrnehmung ist ein Bildschirm klein 😛

    Es geht nicht darum, dass die Pixel zusammen genommen einen Figur bilden, die das Gehirn als Mensch erkennt, sondern es geht darum, dass diese Figur trotzdem kein Mensch ist. Das ist meiner Meinung nach ein ganz entscheidender Punkt. Wer hier nicht unterscheiden kann, hat tatsächlich ein Problem. Das sind aber gewöhnlich nicht die Spieler.

    Natürlich steht das mit der Kinderpornographie nicht in dem Bericht – deshalb ist es ja auch nicht gequotet. Es hat aber die selbe Qualität 😀

    Das mit der BILD fasse ich einfach mal als großes Kompliment auf. Auch wenn es schwer fällt 😉

  3. Matthias sagt:

    Die Kommentare zum Artikel finde ich größtenteils nachvollziehbar. Jedoch hinkt die Aussage, dass die dargestellten Menschen doch nur Pixel seien – das mag stimmen, jedoch werden diese Pixel als Menschen wahrgenommen, aus denen auch Pixelblut tropft und dies auch sehr realistisch. Die dargestellten Ziele bzw. Menschen auf den Monitoren von Panzerbesatzungen sind ja ebenso “nur” Pixel – wobei hier tatsächlich reale Menschen abgebildet werden. Die Hemmschwelle zum realen Töten Mann gegen Mann ist dann nicht mehr unbedingt gegeben – zumal es sich z. B. um “Gotteskrieger” handelt, und wenn ein Soldat einem Feind gegenübersteht, überwiegt nicht das Mitgefühl gegenüber der potenziellen Leiche, sondern der Gedanke “Wenn ich nicht schieße, erschießt er mich!”. Dies betrachte ich als Überlebensinstinkt und nicht als böse Absicht.

  4. onkelerika sagt:

    Nein, es ist eben nicht das Gleiche!

    Mir fehlen ein wenig die Begrifflichkeiten, die eine exakte Aussage möglich machen würden. Also ein wenig umständlicher.

    Man kann zum Beispiel beim Brettspiel “Dame” die Steine als sehr hohe Abstraktion der “Idee Mensch” begreifen. Beim Schach ist die Stufe der Abstraktion niedriger, es ist vom König, den Bauern etc. die Rede, je nach Spiel auch aus den Figuren erkennbar. Computerspiele gehen nun noch weiter. Mit jeder neuen Grafikgeneration sinkt die Abstraktionsstufe weiter. Das Prinzip bleibt aber das gleiche wie beim Schach: hinter der Figur steht nur die Idee – kein Mensch.

    Auf dem Monitor im Panzer hingegen steht die Figur tatsächlich für einen Menschen. Da sinkt die Hemmschwelle zum Töten vermutlich tatsächlich – mit den detailgetreuen Darstellungen in Computerspielen hat das aber nichts zu tun!

    Auf den letzten Absatz möchte ich jetzt nicht eingehen.

  5. Matthias sagt:

    Dann bitte ich aber um eine spätere Stellungnahme…
    Danke!

  6. onkelerika sagt:

    Ja, das ließe sich machen. Gehört aber nicht zu diesem Thema.

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