Babel (Episodenfilm)

Ein unglücklich verheiratetes amerikanisches Ehepaar auf einer Gruppenreise durch Marokko. Zwei Kinder, die mit ihrem mexikanischen Kindermädchen auf eine Hochzeit ins Nachbarland fahren. Eine taubstumme japanische Jugendliche, die mit ihrer sexuellen Unzufriedenheit und dem Tod ihrer Mutter kämpft. Ihr aller Schicksal wird bestimmt von zwei marrokanischen Jungen, die aus Spaß auf einen Reisebus schießen.

Alejandro González Iñárritus lässt sich immerhin 142 Minuten Zeit, diese verschiedenen Handlungsstränge zusammenzuführen. Die Geschichte, die er dabei erzählt, dreht sich um Einsamkeit, Polizeigewalt, Vorurteile, Hilfsbereitschaft, Abschiebepolitik, Terrorismus, Drogen und mehr. Vielleicht zu viel für einen Film, doch nicht für diesen. Der Regisseur versteht es, in keiner Sekunde das Gefühl aufkommen zu lassen, dass der Film die Themen herunterspiele. Nichts ist forciert oder wirkt aufgedrückt. Man kann Babel auch als einfaches Drama genießen, doch das würde dem Anspruch des Films nicht gerecht.

Denn der Film deckt den waren Grund all der Konflikte auf, die Unfähigkeit zu echter Komminukation. Egal ob in Marokko oder in den USA, egal ob zwischen Kulturen oder innerhalb von Familien, egal ob aus privaten oder politischen Gründen, es ist die zwischen allen Protagonisten herrschende Sprachlosigkeit, die sie in das Unheil treibt.

Ein einziges, kleines Manko ist die Verbindung des japanischen Handlungsstrangs zum Rest des Films, doch auch diese Geschichte gewinnt eine ungeheure Intensität und fügt sich schließlich in den Film ein.

Wer Kino abseits ausgelatschter Hollywoodpfade mag, für den ist dieser Film ein Muss.

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