Anna Ternheim: Leaving On A Mayday

Wenn wir schon mal in Schweden sind, bleiben wir auch gleich dort. Zeitgleich mit ihren Kollegen von Mando Diao veröffentlichte Anna Ternheim ihr neues Album Leaving On A Mayday. Während diese Sängerin/Songwriterin in ihrem Heimatland mit jedem Album aufs neue die Charts stürmt und schon allerhand Preise gewonnen hat, ist sie hierzulande leider nahezu unbekannt.

Anna Ternheims Musik, prinzipiell eher von der ruhigen Sorte, wird hauptsächlich getragen von ihrer unaufgeregten Stimme und ihrem Gitarrenspiel. Hält sie sich an dieses Grundkonzept, entsteht ein tolles Album wie Somebody Outside (I’ll Follow You Tonight, My Secret, Shoreline). Auf ihrem zweiten Album wurde alles größer und orchestraler. Das klappte teilweise ganz gut, zerstörte Stellenweise aber auch die Stücke (Girl Laying Down). Nichtsdestotrotz fanden sich auch auf diesem Album wieder tolle Stücke wie das wunderschöne No Subtle Men oder Lovers Dream.

Auf Leaving On A Mayday, ihrem dritten und neustem Album nun, ändert sich das Konzept wieder ein Stück weit. Alles wird wieder ein Stück minimalistischer, der große orchestrale Klang entfällt (gut). Die Großen Arrangements bleiben aber (auch gut). Wie geht das zusammen? Im Zentrum der ternheim’schen Songs steht wieder unangefochten die Stimme der Sängerin. Umschlängelt wird sie dabei von allerlei Instrumenten verschiedener Art. Das Album gerät dadurch ein Stück poppiger als ihre Vorgänger, ohne dabei beliebig zu werden.

Gut zu hören und diesmal auch recht repräsentativ ist das neue Songwriting auch in der ersten Single What Have I done (akustische Version). Der treibende 4/4-Beat und die wohleingesetzten Streicher, die sich nie ungerechtfertig in den Vordergrund drängen, bestimmen das Stück. Auch gut zu hören: Die leichte, düstere Melancholie, die viele Lieder von Anna Ternheim auszeichnet.

In Terrified und dem besinnlichen My Heart Still Beats For You meint man gar Einflüsse aus der asiatischen Kultur zu hören. Ternheim pur gibt es in Summer Rain und Off The Road.

Den krönenden Abschluss macht Black Sunday Afternoon. Das beste Stück des Albums erzählt eine traumhaft unwirklich wirkende Geschichte, gebetet in pure Gänsehautatmosphäre. Großartig!

Leaving On A Mayday ist als Gesamtwerk nicht ganz so ganz so gut wie ihr Erstlingswerk, aber ein richtiger Schritt weg von der Überinstrumentierung des Vorgängers. Damit ist es definitiv ein empfehlenswertes Album einer Künstlerin, der hierzulande definitiv mehr Aufmerksamkeit gebührt.

-> Sehr gute Fanseite: www.annaternheim.eu

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