Amy Macdonald – A Curious Thing

Die schottische Blitzstarterin Amy Macdonald hat zwei Jahre nach ihrem Debut This Is The Life ein neues Album am Start, das auf den Namen A Curious Thing hört.

Vermutlich lief die erste Single auch schon im zuletzt beschworenen sächsischen Privatradio auf und ab, doch hätte sie diesmal nicht zum Kauf des Albums geführt. Don’t tell me that it’s over ist zu üppig instrumentiert und zerstört Amys schöne Stimme mit einem nervigen Halleffekt. Das folgende Spark macht es nicht viel besser, doch zumindest scheint hier das Händchen für Melodien durch, dass der Opener ganz und gar vermissen lässt.

No roots beginnt vielversprechend nur mit Gitarre und Amy, endlich entfaltet das Album ein wenig Wirkung. Leider machen einsetzende Keyboards und weitere Instrumente die schöne Stimmung auch schon wieder kaputt.

Auch die folgenden Stücke kämpfen mit der Überinstrumentierung und unpassenden Effekten, wobei zumindest Love Love mit einer schönen Melodie punkten kann und nicht so langweilt.

My only one bringt den erhofften Umschwung: Wieder ein ruhiges Stück, mit (zunächst) Solobegleitung und schöner Melodie. Die später dazukommenden Streicher können das Stück diesmal nicht zerstören, obwohl sie trotzdem sehr unnötig sind und nur vom Wesentlichen ablenken.

Es geht gut weiter. This Pretty Face ist flott, melodiös und schön begleitet. So kann es weitergehen.
Troubled Soul klingt in den ersten Takten wie Run vom Vorgängeralbum und ist eines der stärkeren Stücke, weil es eine schöne Spannung aufbaut, und die Instrumente Amy unterstützen, anstatt gegen sie anzuspielen.

Den Höhepunkt bilden die beiden letzten Stücke (Your Time Will Come und What Hapiness Means To Me) und der Bonustrack, die sehr ruhig und emotional sind. Aber wirklich rausreisen können sie A Curious Thing auch nicht mehr. Wem das Debut wegen seiner „Folkigkeit“ gefiel, der wird mit dem Nachfolger Probleme haben. Zu viel Schnickschnack, zu wenig Amy. Teilweise klingt das sogar nach schlechter Abmischung, weil die Stimme nicht mehr so präsent ist, aber das kann natürlich auch gewollt sein. Wer weiß das schon.

Uneingeschränkt zu empfehlen ist die zweite CD der Deluxe Edition. Auf der ist ein Mitschnitt eines Live-Konzerts. Super. Sind ja aber auch die alten Lieder.

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