Akte X – Jenseits von Gut und Böse

Fox Mulder und Dana Scully ermitteln wieder – zumindest sehen die beiden gleichen Namens den charismatischen Hauptfiguren aus der Serie und dem ersten Akte X-Film recht ähnlich. Es ist eine große Freude, drei der bekannten Schauspieler wiederzusehen (wer der dritte ist, soll hier nicht verraten werden). Allerdings ist das auch schon fast der einzige Pluspunkt für den Film. Der andere Pluspunkt ist eine tolle Szene mit einem Bild von George Bush, die es leider noch nicht auf Youtube zu sehen gibt.

Zwei Pluspunkte für einen ganzen Spielfilm von 105 Minuten Länge sind nicht gerade viel. Allerdings nicht so schlimm, als Ausgleich gibt es nämlich richtig viel zu kritisieren. Die schon angesprochenen Hauptdarsteller haben mit ihren Charakteren nicht mehr viel gemein und sind fast austauschbar – dies trifft auch auf den Film an sich zu. Akte X ist nicht mehr als ein Titel, alles was diese Marke ausmachte fehlt – abgesehen eben von David Duchovny und Gillian Anderson. Es gibt keine Mystery, keine Verschwörung, keine Überraschungen, keine X-Akten.

Die Dialoge sind hohl und nichtssagend, teilweise fast schon peinlich. Ebenso das Verhältnis zwischen Mulder und Scully. Bislang eine sehr subtile, undurchsichtige Beziehung mit viel Spielraum für Interpretationen, nun eine plakative, teilweise ins kitschige abgleitende Romanze, die alle Geheimnisse des Films ad absurdum führt und auch den Schauspielern selbst nicht wirklich zu gefallen scheint. Eine Bettszene zwischen den beiden wurde wohl auf expliziten Einspruch der Darsteller deutlich reduziert – und ist trotzdem noch mehr als unpassend.

An der Inszenierung selbst gibt es eigentlich nur wenig auszusetzen. Ein wenig zu düster ist es geworden, obwohl die Serie auch nicht gerade vor Farbenfreude strahlte. Allerdings können auch die Bilder nicht verhindern, dass durch den mangelhaften Inhalt eine Menge Längen entstehen. Eine wesentliche Schuld daran hat auch der total aufgeblähte, unnötige Subplot um Scullys Krankenhausarbeit, der die Handlung kein Stück voranbringt.

Abgesehen von einem doch noch netten Gag am Ende, ist nicht einmal der Abspann mit Erleichterung zu genießen, da die dazu erklingende Musik völlig losgelöst von der vorherigen Atmosphere ist und man sich fragt, wer diesen unsinn verbrochen haben mag.

Übrig bleibt so, egal ob für den Serienkenner oder Normalzuschauer, ein durch und durch belangloser Film, der nicht mehr als minderes Fernsehthrillerniveau erreicht.

Meidet diesen Film – schaut Akte X.

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