Adam Green in da Slaughter house!

Donnerstag Abend am Alten Schlachthof. Keine Leute, keine Schlangen. Da wird doch wohl nichts ausfallen? Die Erinnerungen ans hoffnungslos überfüllte Element of Crime-Konzert lassen schlimmes vermuten. Auch drinnen, lasche Security, wenig Leute in den Gängen. Statt rechts in den großen Saal geht es links in den kleinen Saal. Der bleibt angenehm leer. Schön, aber unverständlich.

There’s no wrong way to fuck a girl with no legs
Just tell her you love her, as she’s crawling away
There’s no wrong way to fuck a bitch with no faith
Now you’ll never be sad again
No Legs

Dabei hatte Adam Green hier schonmal ein Album auf Platz 4 der Charts. Lang vergessen, scheint es. In den USA, Greens Heimatland, hat der Mann keinen richtigen Erfolg. Unter Vertrag ist er bei Rough Trade Records aus England, die auch andere Genialitäten wie Kimya Dawson oder die Libertines veröffentlichen. Kurz: Dafür, dass Green in Deutschland neben England die meisten Fans hat, war das Konzert recht klein – aber verdammt fein.

Doch zunächst natürlich wie immer eine Vorband. Beziehungsweise ein Vormann, genannt Only Son. Der macht tatsächlich ganz gute Musik, spielt erst allein, dann mit dem iPod und später mit Adams Band. Nicht schlecht, die Pause zum Hauptgang ist aber mal wieder viel zu groß. Dann gehts aber doch los, und Adam Green grüßt uns mit den Worten „Welcome to the Slaughterhouse“. Ab geht die Show!

He wanted me to kill him
But I took his life instead
Boss Inside

Für Album-Kenner ist Adam Green vorrangig ein (Anti-)Folk-Sänger und Songwriter mit entsprechender Akkustik (hier zu hören) und skurillen Texten. Live lässt er sich von vier Musikern begleiten, die es ordentlich krachen lassen und wirklich richtig Schwung in die Bude bringen. Ehrlich gesagt nicht ganz so, wie ich es mir vorher vorgestellt hätte. Sondern noch viel besser. Das Publikum geht so gut mit, dass sich Green ganze drei mal durch die Menge tragen lässt. Natürlich gibts auch Soloeinlagen mit extra feinen Texten.

Jessica Simpson, where has your love gone, its not in your music, no.
You need a vacation, to wake up the cavemen and take them to Mexico.

Jessica, Jessica Simpson, you’ve got it all wrong.
Your fraudulent smile, the way that you faked it the day that you died.
Jessica

Wenn er nicht gerade wie auf Drogen über die Bühne springend singt, erzählt Green lustige Sachen:

There are three things I want to tell you. First thing is: I like to eat soup. I really like … I like the soup in my mouth, all full of soup. I’ll save the other two things for later.

Oder die Geschichte vom alten Mann, der ihm erzählt hat, dass der Heavy Metal in Hannover erfunden wurde. Und dann? Dann kommen Macaulay Culkin (Kevin allein Zuhaus) und Only Son auf die Bühne und alle zusammen spielen Wind of Change, gefolgt von Unbelievable. Crazy.

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Eine Antwort auf Adam Green in da Slaughter house!

  1. Koloradokäfer sagt:

    Schön geschrieben.

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